Im Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten hat der New Yorker Abgeordnete Robert Bacon einen Gesetzentwurf eingebracht, der auf eine weitreichende politische Veränderung auf den Philippinen abzielt.[1] Der Entwurf sieht die vollständige politische Trennung der von den Moro bewohnten Regionen Mindanao und Sulu vom Verwaltungsgebiet der philippinischen Regierung vor.[1] Für diese südlichen Inseln, auf denen rund 800.000 Moro leben, soll eine eigenständige Regierung unter permanentem amerikanischem Schutz geschaffen werden, deren Hauptstadt Zamboanga wäre.[1]

Obwohl angenommen wird, dass der Vorschlag die Billigung der amerikanischen Regierung findet, rechnet man in Washington nicht mit einer Verabschiedung während der laufenden Sitzungsperiode.[1] Nichtsdestoweniger hat der Vorstoß umgehend heftigen Widerstand der philippinischen Vertretung hervorgerufen.[1] Der philippinische Gesandte Pedro Guevara bezeichnete das Gesetz als den „schändlichsten Vorschlag“, der jemals im Repräsentantenhaus unterbreitet worden sei, und kündigte entschlossenen Kampf dagegen an.[1] Er äußerte die Überzeugung, dass ein solcher Schritt den Interessen der Moro selbst nicht dienen, sondern vielmehr einen Rückschritt bedeuten würde.[1]

Laut der China Mail sehen die philippinischen Politiker in dem Entwurf den Versuch, die Unabhängigkeit der Philippinen zu verhindern.[1] Guevara vermutet, dass Kreise hinter dem Projekt stehen, die seit Längerem eine Sicherung von Rohstoffquellen unter amerikanischer Flagge betreiben. Dabei verweist er insbesondere auf die kautschukfähigen Ländereien in der betroffenen Region.[1] Auch Senator King, ein Demokrat aus Utah, hat bereits angekündigt, sich dem Gesetzentwurf im zuständigen Ausschuss zu widersetzen.[1] Man nimmt an, dass die jüngsten Kämpfe zwischen der Kolonialpolizei und den Moro in Lanao den unmittelbaren Anlass für die Einbringung des Gesetzes zu diesem Zeitpunkt gaben.[1]