Die im vergangenen Monat in Japan abgehaltene Zusammenkunft chinesischer und japanischer Geschäftsleute hat in der Presse beider Länder lebhafte Erörterungen ausgelöst. Wie die China Mail berichtet, begrüßt die Tokioter Nichi Nichi das Ergebnis des Besuchs der chinesischen Wirtschaftsdelegation als einen der bedeutsamsten Fortschritte in den bilateralen Beziehungen der jüngsten Zeit.[1] Das Blatt betont, Japan und China müssten sowohl politisch als auch wirtschaftlich fest zusammenfinden, wobei wirtschaftliche Annäherung der erreichbarere erste Schritt sei und die politische Verständigung zwangsläufig nach sich ziehe.[1]
Weniger zufrieden zeigt sich die Chugai Shogyo, die von der Konferenz des 8. Juni substanziellere Ergebnisse erwartet hatte.[1] Das Blatt beklagt, dass der Aufenthalt der chinesischen Geschäftsleute in Japan zu kurz gewesen sei und dass die chinesische Delegation darauf bestanden habe, die Einundzwanzig Forderungen gemeinsam mit wirtschaftlichen Fragen zu erörtern. Dergleichen politisch heikle Angelegenheiten sollten nach Ansicht der Chugai Shogyo den Regierungen beider Länder zur Regelung überlassen bleiben, während Kaufleute sich auf die Förderung der beiderseitigen wirtschaftlichen Interessen zu beschränken hätten.[1]
Zur Frage eines geplanten gemischten sino-japanischen Ausschusses äußerten sich mehrere führende japanische Wirtschaftsvertreter. Mr. Muto erklärt, er halte den Plan für empfehlenswert und sei bereit, nach Kräften zu seiner Verwirklichung beizutragen; allerdings müssten japanische Geschäftsleute zuvor eine Wandlung in ihrer Haltung gegenüber China vollziehen.[1] Ähnlich urteilt Mr. Hori, Präsident der Osaka Shosei Kaisha: Er begrüßt das Vorhaben, räumt jedoch ein, dass wirksame Methoden zur Erreichung des gesteckten Ziels schwer zu finden seien.[1] Hori hebt hervor, dass kein Volk seinen Eigeninteressen wachsamer nachgehe als das chinesische, und mahnt, japanische Unternehmen — insbesondere im Textilgewerbe — dürften beim Geschäft mit China nicht nur eigenen Gewinn suchen, ohne den chinesischen Partnern angemessene Erträge zu belassen. Solange dieser Grundsatz missachtet werde, sei eine wirkliche wirtschaftliche Zusammenarbeit kaum erreichbar.[1]
Die Osaka Asahi hingegen heißt das Projekt ausdrücklich willkommen und bezeichnet es als sehr zeitgemäß; der Besuch der chinesischen Geschäftsleute habe diesen Entschluss wesentlich befördert.[1]