Wie die Washington Post meldet, steht das Schicksal des verurteilten Raubmörders Gerald Chapman nun endgültig fest.[1] Gouverneur Trumbull von Connecticut gab am späten Samstagabend bekannt, dass er dem Todeskandidaten keinen weiteren Aufschub gewähren werde.[1] Die Hinrichtung durch den Strang im Gefängnis von Wethersfield ist für die Zeit kurz nach Mitternacht am kommenden Dienstag angesetzt.[1] Der Entscheidung des Gouverneurs war eine Unterredung mit dem zuständigen Prozessrichter Newell Jennings in Plainville vorausgegangen, der seinerseits nachdrücklich die Ablehnung jeglicher Verzögerung empfohlen hatte.[1]

Unter dem unmittelbaren Eindruck des nahenden Todes reichte Chapman, der wegen des Mordes an dem Polizisten James Skelly in New Britain verurteilt wurde, ein Gesuch an den staatlichen Begnadigungsausschuss ein.[1] Darin bittet er um die Umwandlung der Todesstrafe in eine lebenslange Freiheitsstrafe.[1] Dem amerikanischen Blatt zufolge ist dies das erste Mal in der aufsehenerregenden kriminellen Laufbahn Chapmans, dass er offiziell um Gnade ersucht hat.[1] In dem Dokument verweist der in New York geborene Verurteilte darauf, dass er sich in seinem achtunddreißigsten Lebensjahr befinde und bereits viermal Haftstrafen verbüßt habe.[1] Da der Ausschuss turnusgemäß erst am ersten Montag im Mai zusammentritt, sind die Erfolgsaussichten äußerst gering.[1] Gouverneur Trumbull, der kraft seines Amtes den Vorsitz des Gremiums führt, hatte Chapman in der Vergangenheit bereits dreimal einen Aufschub gewährt, betonte nun aber, er werde „nicht einmal eine Stunde“ mehr bewilligen.[1] Ein weiteres Mitglied des Begnadigungsausschusses ist der Oberste Richter Howard J. Curtis, der in seiner Funktion bereits den Berufungsantrag Chapmans auf ein neues Verfahren abgelehnt hatte.[1]

Die Verteidigung bemühte sich bis zuletzt, durch die Vorlage von acht neuen eidesstattlichen Erklärungen ein Wiederaufnahmeverfahren zu erwirken.[1] So erklärte zum Beispiel der New Yorker Anwalt Byrd C. Twig, er habe Chapman am Tattag, dem 11. Oktober 1924, wenige Stunden vor dem Mord noch in New York gesehen.[1] Auch zwei weitere Zeugen, William O'Leary und William E. Sodergren, sollten zugunsten Chapmans aussagen.[1] Staatsanwalt Hugh M. Alcorn wandte sich jedoch scharf gegen diese Strategien und bezeichnete das Vorgehen als reinen Trick der Anwälte, um lediglich Zeit zu gewinnen.[1] Er wies darauf hin, dass es für die Anklage inzwischen schwer sei, den Prozess neu aufzurollen, da wichtige Belastungszeugen nicht mehr am Leben seien.[1] Namentlich nannte Alcorn den Farmer Ben Hance aus Indiana, bei dem sich Chapman einst auf der Flucht verborgen gehalten hatte.[1] Hance und weitere Schlüsselfiguren seien mittlerweile verstorben, was die Beweisführung des Staates erheblich erschweren würde.[1]