Die innenpolitische Lage bleibt angespannt, nachdem es in mehreren deutschen Städten zu schweren kommunistischen Ausschreitungen gekommen ist. Wie der Pariser Figaro meldet, kam es in München während eines Vortrags des Professors Gregor, der den russischen Bolschewismus behandelte, zu einem gewaltsamen Zwischenfall.[1] Dabei griffen Kommunisten die anwesenden Zuhörer plötzlich an.[1] Bei den Tumulten wurden einundzwanzig Personen zum Teil erheblich verletzt.[1]
Auch in anderen Teilen des Reiches kam es zu Straßenkämpfen. In Hamburg gerieten Nationalisten und Kommunisten zu später Stunde in heftige Auseinandersetzungen, die erst im Morgengrauen durch verstärkte Einsätze der Schutzpolizei beendet werden konnten.[1] Ein ähnliches Bild der Gewalt schildert das Harburger Tageblatt aus Düsseldorf: Dort zwangen Angehörige des Roten Frontkämpferbundes am Ostersonntag einen Straßenbahnzug zum Anhalten.[2] Dem Fahrer wurde die entrissene Kurbel an den Kopf geworfen, was eine klaffende Wunde verursachte.[2] Die örtliche Polizei nahm daraufhin vier der Rädelsführer fest.[2]