Ein verheerender Großbrand gigantischen Ausmaßes wütet derzeit in den Ölfeldern Kaliforniens. Wie der Westfälische Merkur berichtet, sind in Anaheim zwei gewaltige Tanks der Union-Petroleumgesellschaft in Brand geraten und brennen unter enormer Flammenentwicklung vollständig aus.[1] Dem spanischen El Sol zufolge fassen die beiden zerstörten Reservoirs eine Gesamtkapazität von anderthalb Millionen Barrel.[2] Die amerikanischen Behörden gingen zunächst von einem unglücklichen Blitzschlag als Unglücksursache aus.[1]

Die Katastrophe in Anaheim steht jedoch nicht isoliert da. Die betroffenen Anlagen gehören derselben Gesellschaft, deren Lagerstätten bereits am Vortag im kalifornischen San Luis Obispo durch eine schwere Explosion mit anschließendem Brand beschädigt wurden.[2] Nach Berichten des El Sol dehnt sich das Feuer dort weiter aus; inzwischen seien die Flammen auf zwei weitere Depots sowie mehrere Zisternen übergegriffen.[2] Der materielle Schaden beläuft sich bereits jetzt auf viele Millionen Dollar.[2] Die Washington Post schätzt den Wert des verbrennenden Öls, das nun einen gewaltigen Flammensee bildet, auf rund 15 Millionen Dollar.[3]

Die auffällige Gleichzeitigkeit dieser Großfeuer hat in amtlichen amerikanischen Kreisen erhebliche Zweifel an der ursprünglichen Blitzschlagtheorie geweckt. Aus dem Westfälischen Merkur geht hervor, dass man in Washington inzwischen dazu neigt, planmäßige Brandstiftung für möglich zu halten.[1] Diese Annahme wird durch eine Serie schwerer Zwischenfälle auf dem Mississippi und im Golfgebiet gestützt. Im Hafen von New Orleans ereignete sich an Bord eines großen Tankschiffes der Standard-Oil-Gesellschaft eine verheerende Explosion.[1] Dabei erlitten 47 Besatzungsmitglieder schwere Verwundungen, von denen fünf ihren Verletzungen bereits erlegen sind.[1]

Darüber hinaus fanden an Bord weiterer Schiffe nahezu gleichzeitig Explosionen statt.[1] So kam es auf dem Tankschiff Wering zu einer Detonation, woraufhin fünf Seeleute als vermisst gemeldet wurden.[1] Zu einer weiteren Tragödie führte der Zusammenstoß des niederländischen Dampfers Stioanub mit dem Tankschiff Themis Werhler rund 20 Meilen unterhalb von New Orleans — das niederländische Schiff fing sofort Feuer und sank.[1] Die Washington Post merkt an, dass prähistorische Meereslebewesen Jahrmillionen benötigt hätten, um jene Vorräte im Schoße der Erde anzusammeln, die nun in kürzester Zeit in Kaliforniens entflammbarem See als loderndes Inferno enden.[3]