Zur Rettung der französischen Währung und zur Tilgung der kurzfristigen Staatsschulden hat Finanzminister Raoul Péret eine beispiellose nationale Spendenkampagne ins Leben gerufen.[1] Auf Grundlage des Finanzgesetzes vom 31. März ist ein Nationales Komitee für freiwillige Beiträge gebildet worden. Den Ehrenvorsitz dieses Komitees hat der Präsident der Republik, Gaston Doumergue, übernommen.[1]

Wie der Temps berichtet, wurde Marschall Joseph Joffre zum tatkräftigen Präsidenten dieses Gremiums ernannt.[1] Die Maßnahme findet in der Bevölkerung großen Anklang, da bereits zahlreiche große und kleine Spenden, oftmals begleitet von bewegenden Schreiben, im Finanzministerium eingegangen sind.[1] Um mit gutem Beispiel voranzugehen, haben die Spitzen der Republik selbst beachtliche Summen gezeichnet.[1] Nach Angaben der finnischen Zeitung Helsingin Sanomat spendete Präsident Doumergue 50.000 Francs, während Minister Péret 10.000 Francs beisteuerte.[2] Auch Ministerpräsident Aristide Briand hat dem Finanzminister als freiwilligen Beitrag die Summe von 10.000 Francs übermittelt, wie das Madrider Blatt El Sol meldet.[3]

Die eingeworbenen Mittel sollen ausschließlich dem Rückkauf von kurzfristigen Werten dienen. Besonders gilt dies für Schatzanweisungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr.[1] In der Pariser Presse mehren sich jedoch Stimmen, die eine strikte Unabhängigkeit der zu gründenden Tilgungskasse fordern.[4] Dem Figaro zufolge erwartet das opferbereite Publikum absolute Sicherheit für seine Einlagen.[4] Die Spender verlangen die Gewissheit, dass ihre Gelder der gesetzlichen Bestimmung gemäß zur Sanierung des Franc verwendet und nicht von der Politik zur Deckung allgemeiner Haushaltsausgaben entfremdet werden.[4]