Die zunehmende politische Anspannung in der tschechoslowakischen Hauptstadt hat sich in der vergangenen Nacht in handfesten Krawallen entladen.[1] Wie die Sächsische Staatszeitung aus Prag meldet, ging den Vorfällen eine Versammlung faschistischer Kreise voraus, bei der insbesondere der Minister des Äußeren, Edvard Beneš, Ziel scharfer verbaler Ausfälle war.[1] Im weiteren Verlauf der Veranstaltung richtete sich die aggressive Stimmung auch gegen Anhänger anderer tschechischer Parteien, was schließlich zu Tätlichkeiten führte.[1]

Die Unruhen setzten sich zu späterer Stunde fort, als eine Gruppe von etwa dreißig Faschisten in die Wirtschaft des Deutschen Hauses eindrang.[1] Die Eindringlinge fielen durch starkes Lärmen und das Singen tschechischer Lieder auf, womit sie den regulären Betrieb erheblich störten.[1] Das Auftreten der Demonstranten veranlasste schließlich das Eingreifen der Sicherheitskräfte.[1] Die Prager Polizei schritt ein und nötigte die Störer, den Saal des Deutschen Hauses zu verlassen, wodurch die Ordnung vorerst wiederhergestellt werden konnte.[1]