In den luxuriösen Sälen des Pariser Hotels Majestic setzt der sogenannte russische Emigrantenkongress derzeit seine Beratungen fort.[1] Wie die in Moskau erscheinende Prawda genüsslich vermeldet, sorgt die Zusammenkunft jedoch keineswegs für eine ehrfürchtige Berichterstattung.[1]
Vielmehr beschreiben selbst die Zeitungen der weißen Emigranten das vermeintlich höchste Organ der ‚russischen Diaspora‘ in bemerkenswert spöttischen, geradezu gogolschen Tönen.[1] Eine Ausnahme bilde laut dem sowjetischen Parteiblatt lediglich die von Pjotr Struwe geleitete Publikation Wosroschdenije.[1] Die übrige Exilpresse vermag es hingegen kaum, über den Kongress zu berichten, ohne auf anekdotische Vergleiche und offene Verhöhnung der hochgestellten Teilnehmer zurückzugreifen.[1] Der Spott, der den Repräsentanten der ‚zarentreuen‘ Kreise aus den eigenen Reihen entgegenschlägt, macht die tiefe Zerrissenheit der monarchistischen Bewegungen im westeuropäischen Exil deutlich.[1]