Die diplomatischen Bemühungen um eine Konsolidierung Mitteleuropas haben auf der Prager Burg einen vorläufigen Höhepunkt erreicht.[1] Wie der Westfälische Merkur berichtet, gab der tschechoslowakische Außenminister Eduard Benesch zu Ehren des polnischen Ministerpräsidenten Aleksander Skrzynski ein feierliches Bankett.[2] In seinem Trinkspruch betonte Benesch die enge Verbundenheit der beiden Brudernationen, die gemeinsame politische und wirtschaftliche Interessen verfolgen.[2] Beide Staaten verfolgen das Ziel, den Frieden in Europa auf der Grundlage des Völkerbundpaktes zu erhalten.[2]
Den praktischen Beweis für diese aufrichtige Politik lieferte der formelle Austausch der Ratifikationsurkunden für den Schiedsgerichtsvertrag und den sogenannten Liquidationsvertrag.[2] Nach Angaben der Neuen Freien Presse regelt dieses umfassende Abkommen endgültig alle Rechts- und Finanzfragen, die sich aus der Teilung des Teschener Gebietes sowie der Regionen Arwa und Zips ergeben hatten.[2][1]
Zudem verständigten sich beide Seiten auf den Wortlaut neuer Konventionen für Handel und Luftschifffahrt.[2] Nachdem die wichtigsten diplomatischen Hindernisse, die einer Verständigung im Wege standen, ausgeräumt worden waren, trat Ministerpräsident Skrzynski noch in der Nacht die Weiterreise an.[1] Begleitet von hochrangigen Beamten seines Außenamtes fuhr er um halb eins nach Wien ab, um die Gespräche mit der österreichischen Bundesregierung aufzunehmen.[2][1]