Im diplomatischen Ringen zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko über den Besitz und die Ausbeutung der dortigen Erdölvorkommen ist eine entscheidende Entspannung eingetreten. Das amerikanische Außenministerium veröffentlichte nun den offiziellen Notenwechsel, der in der jüngsten Zeit zwischen den beiden Staaten ausgetauscht wurde.[1] Demnach sind sich beide Regierungen grundsätzlich handelseinig geworden, wenngleich die Ausarbeitung der letzten Details noch aussteht.[1]

Aus der publizierten Korrespondenz geht laut der Madrider Zeitung El Sol klar hervor, dass Mexiko den weitreichenden Forderungen der Vereinigten Staaten nachgegeben hat.[1] Den Kern des Konflikts bildete die Bestrebung der mexikanischen Regierung, eine neue Gesetzgebung durchzusetzen.[1] Das Kabinett in Mexiko-Stadt hat jedoch offiziell die Eigentumsrechte amerikanischer Staatsbürger an jenen Ölfeldern anerkannt, die bereits vor der Verabschiedung des umstrittenen neuen Gesetzes erworben wurden.[1]

Die amerikanische Diplomatie hatte im Vorfeld unmissverständlich gewarnt, dass die von Mexiko geplante Neuregelung die Rechte der bisherigen Grundstückskäufer massiv gefährden würde.[1] Washington beharrte fest auf seinen traditionellen Prinzipien beim Schutz ausländischen Eigentums.[1] Für die betroffenen amerikanischen Eigentümer der Ölquellen bedeutet dieser Kompromiss eine finanzielle Sicherstellung. Wie El Sol vorrechnet, sichert die Einigung den fortlaufenden Ertrag der Ländereien; dabei wird mit einer Rendite von fünf bis acht Prozent des aktuellen Wertes über ein halbes Jahrhundert kalkuliert.[1] Die Gefahr einer vollständigen Enteignung der amerikanischen Ölinteressen ist damit offenbar vorerst gebannt.