Die innenpolitische Debatte über die Beibehaltung des norwegischen Alkoholverbots tritt in eine entscheidende Phase. Wie das in Helsingfors erscheinende Hufvudstadsbladet unter Berufung auf eigene Informationen meldet, gilt eine neuerliche Volksabstimmung im kommenden Herbst nunmehr als höchst wahrscheinlich.[1] Der ursprüngliche Gesetzentwurf der vorangegangenen Regierung, der ein solches Plebiszit über das umstrittene Branntweinverbot vorsieht, ist derzeit Gegenstand intensiver Beratungen im zuständigen Ausschuss des Stortings.[1]

Obwohl sich die parlamentarische Mehrheit im Ausschuss grundsätzlich als Gegnerin der Abstimmung positioniert, finden die Pläne starken Rückhalt bei der Linken und den Vertretern der Arbeiterschaft. Diese unterstützen den Vorschlag geschlossen.[1] Nach Angaben des Hufvudstadsbladet dürfte die Vorlage am Ende dennoch das norwegische Parlament passieren, da die Haltung der Bauernpartei als unentschlossen gilt.[1] Die Abgeordneten dieser Partei werden in dieser brisanten Frage offenbar nicht einheitlich abstimmen. Dadurch entfällt die Fraktionsbindung, und die Mehrheitsverhältnisse verschieben sich zugunsten des Referendums.[1] Als voraussichtlicher Termin für den landesweiten Urnengang wird in Oslo bereits der 18. Oktober genannt.[1]