Von unerwarteten Behinderungen beunruhigt, drängt der Führer des Polarluftschiffes „Norge“, Oberst Umberto Nobile, auf einen raschen Aufbruch in Richtung Spitzbergen.[1] Wie die finnische Zeitung Helsingin Sanomat berichtet, hat Nobile dem Expeditionsleiter Roald Amundsen ein Telegramm gesandt, in dem er um die Erlaubnis bittet, den Flug in den nächsten Tagen anzutreten.[2] Nobile möchte dabei nicht abwarten, bis die schützende Halle für das Luftschiff auf Spitzbergen vollständig fertiggestellt ist.[2]
Der Grund für dieses eilige Gesuch ist die Sorge vor einer drohenden Wetterverschlechterung.[1] Dem Helsingin Sanomat zufolge befürchtet Nobile, dass die „Norge“ bei weiter ansteigenden Temperaturen in nasse Schneefälle geraten könnte.[2] Solche Wetterverhältnisse könnten eine gefährliche Eisschicht auf der großen Oberfläche des Luftschiffes entstehen lassen.[2] Diese Vereisung würde das Gewicht des Gefährts um schätzungsweise drei bis vier Tonnen erhöhen.[2] Nach Angaben der Deutschen Allgemeinen Zeitung warnt der italienische Luftschiffkonstrukteur eindringlich, dass ein derartiges Zusatzgewicht die Mannschaft zu einer Notlandung unter widrigen Verhältnissen zwingen könnte.[1]
Für den Fall, dass die Entdecker im Polareis festsitzen sollten, wird vorgesorgt. Die „Norge“ nimmt laut Berichten aus Finnland Lebensmittel für einen Zeitraum von drei Monaten an Bord.[2] Vorgesehen ist eine tägliche Ration von einem Kilogramm pro Besatzungsmitglied.[2] Sollte das Luftschiff vom Eis eingeschlossen werden oder anderweitig verunglücken, gehen die Planer davon aus, dass die Männer Alaska möglicherweise erst im Oktober oder November erreichen könnten.[2]
Das Unternehmen findet auch jenseits der skandinavischen Staaten Beachtung. Der Präsident der sowjetischen Akademie der Wissenschaften, Karbinsky, plant, die Mitglieder der Amundsen-Expedition am Ersten Mai in seiner Residenz festlich zu empfangen.[2] Zudem wird ein Vertreter der sowjetischen Presse die Besatzung der „Norge“ auf der ersten Etappe bis nach Spitzbergen begleiten und unmittelbar von den letzten Vorbereitungen am Rand des Eises berichten.[2]