Heute Morgen trafen der Leiter der britischen Boxer-Entschädigungsmission im Fernen Osten, Viscount Willingdon, und seine Gemahlin an Bord des Passagierdampfers Empress of Canada in der Kronkolonie ein.[1] Wie der Hong Kong Telegraph meldet, befindet sich die Delegation lediglich auf der Durchreise nach Manila.[1] Nach den anstrengenden Arbeiten der Kommission in Nordchina soll dieser Abstecher einer kurzen Erholung dienen.[1] Die Weiterreise auf dem Schiff der Canadian Pacific Railway Company ist bereits für den heutigen Abend angesetzt.[1]
Der Besuch beleuchtet abermals die diplomatischen Bemühungen um eine Neuregelung der Reparationszahlungen aus dem Boxeraufstand. In London wurde unter dem Vorsitz von Earl Buxton ein Komitee gebildet. Dieses soll die Regierung darüber beraten, wie die zur Verfügung stehenden Mittel im beiderseitigen Interesse Großbritanniens und Chinas am besten Verwendung finden können.[1] Gemäß dem Schlussprotokoll von 1901 hatte sich China seinerzeit verpflichtet, insgesamt 67,5 Millionen Pfund Sterling in 39 Jahresraten zu zahlen.[1] Die britische Quote belief sich dabei auf eine Summe von 400.000 Pfund.[1]
Durch einen Kabinettsbeschluss im Jahr 1922 sowie das in diesem Jahr verabschiedete Entschädigungsgesetz wurde auf den weiteren fiskalischen Einzug dieser Gelder für die britische Staatskasse verzichtet.[1] Vielmehr sollen die Summen nun für konkrete Projekte in China zweckgebunden zurückfließen. Um die Verhältnisse an Ort und Stelle zu studieren und die zahlreichen Ansprüche auf Zuwendungen aus dem Entschädigungsfonds zu prüfen, wurde Viscount Willingdon mit der Leitung der Delegation betraut.[1] Der erfahrene Kolonialbeamte fungierte von 1919 bis 1924 als Gouverneur der indischen Präsidentschaft Madras.[1]