Das rigorose Vorgehen der sowjetischen Staatsgewalt gegen Korruption und Amtsmissbrauch hat ein neues, blutiges Kapitel erreicht. Wie die Washington Post meldet, wurden am gestrigen Tage drei Beamte des russischen Finanzressorts auf direkten Befehl der staatlichen politischen Polizei — der G. P. U. — hingerichtet.[1]
Die Erschossenen, deren Namen mit Jolin, Tschepeliowski und Rabinowitsch angegeben werden, standen unter der schweren Anklage, das ihnen von der Regierung entgegengebrachte Vertrauen gröblich missbraucht zu haben.[1] Dem amerikanischen Blatt zufolge hatten sie ihre Amtsstellung gezielt ausgenutzt, um sich durch weitreichende Spekulationsgeschäfte persönliche Vorteile und Reichtümer zu verschaffen.[1] Sie sollen systematisch mit professionellen Spekulanten zusammengearbeitet haben. Diese Spekulanten agierten an den Börsen von Moskau und Leningrad.[1]
Die sowjetischen Behörden gehen in jüngster Zeit mit äußerster Härte gegen derartige Wirtschaftsvergehen vor. Bereits vor kurzem wurde eine beträchtliche Anzahl dieser professionellen Börsenspekulanten inhaftiert.[1] Die nun zügig vollstreckten Todesurteile gegen die beteiligten Staatsdiener sind ein drastisches Exempel. Sie unterstreichen die Entschlossenheit der Moskauer Zentralgewalt, illegale Bereicherung im eigenen Beamtenapparat unnachsichtig zu bekämpfen.[1]