In Skandinavien nimmt die Debatte über die Ausweitung der Befugnisse von Frauen im Polizeidienst an Schärfe zu.[1] Wie das Hufvudstadsbladet berichtet, haben mehrere schwedische Frauenvereinigungen, an ihrer Spitze der Fredrika-Bremer-Verband und der Nationalverband schwedischer Frauen, eine gemeinsame Eingabe an das Stockholmer Stadtkollegium gerichtet.[1] Darin wird die Einrichtung einer weiblichen Polizeiabteilung gefordert.[1]
Die Organisationen betonen, dass weibliches Personal überall dort für Ermittlungsarbeit, Hausdurchsuchungen und Verhöre herangezogen werden solle, wo Frauen und Kinder betroffen sind.[1] Zudem wird auf den Bedarf einer weiblichen Sittenpolizei hingewiesen, die präventiv gegen die Verwahrlosung der Jugend tätig werden soll.[1]
Auch in Finnland stößt ein vergleichbares Vorhaben auf Widerstände.[1] Der Polizeimeister von Helsingfors, Major Honkanen, erklärte, dass eine Frau als Streifenbeamtin ungeeignet sei, da ihre körperlichen Kräfte hierfür nicht ausreichten.[1] Einsätze in Reiseunterkünften seien zumeist Aufgabe männlicher Beamter. Allerdings, so Honkanen, leisteten Polizistinnen bei der Betreuung schutzloser Personen gute Dienste.[1]
Frau Dr. Tilma Hainari vom Nationalverband finnischer Frauen wies unterdessen auf die schlechte Entlohnung hin, welche die Gewinnung gebildeter Bewerberinnen für den Dienst erschwere.[1] Dennoch fordern die Frauenverbände, dass Frauen für Durchsuchungen an solchen Orten eingesetzt werden, an denen der moralische Schutz von Frauen und Kindern besonders geboten ist.[1]