Die Nationale Frauenpartei hat in Baltimore ihre diesjährige Tagung eröffnet, bei der die rechtliche und wirtschaftliche Gleichstellung der Geschlechter das bestimmende Thema bildet.[1] Wie die Washington Post berichtet, nehmen an dem Konvent etwa 75 Delegierte teil, die insgesamt zehn amerikanische Bundesstaaten repräsentieren.[1]

Besonderes Augenmerk der Beratungen liegt auf der Stellung der Frau in der Industrie.[1] Maude Younger, eine Vertreterin aus Washington, übte scharfe Kritik an der bestehenden Arbeitsgesetzgebung.[1] Sie rügte Gesetze, die Arbeiterinnen lediglich aufgrund ihres Geschlechts und nicht wegen der spezifischen Art ihrer Tätigkeit schützen wollen.[1] Als Mitglied des Beratungsausschusses im Frauenbüro des Arbeitsministeriums erklärte Younger, es seien öffentliche Anhörungen erforderlich, um die Abschaffung solcher diskriminierenden Schutzvorschriften zu erreichen.[1]

Die nationale Präsidentin der Partei, Mrs. Oliver H. P. Belmont, betonte in ihrer Ansprache, das Streben nach Gleichheit müsse sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene verfolgt werden.[1] Ihr Ziel sei es, dass die Frauen der heutigen Generation „zum ersten Mal in der Geschichte die volle Kontrolle über ihr eigenes Leben“ erlangen und gleichermaßen an der Verwaltung der Welt mitwirken.[1] Eine abendliche Diskussionsrunde, an der unter anderem Mary Murray aus New York sowie Robert M. Buck aus Chicago teilnahmen, schloss den ersten Verhandlungstag ab.[1]