Die Feierlichkeiten zu Ehren des französischen Nationalfeiertags der Jeanne d'Arc haben in Paris zu überaus bedauerlichen Zwischenfällen geführt.[1] Die Regierung hatte im Vorfeld beschlossen, sämtliche organisierten Umzüge auf öffentlichen Straßen zu verbieten.[1] Gemäß den Anordnungen durften lediglich einzelne Delegationen, deren Zusammensetzung und Marschroute zuvor vom Polizeipräfekten genehmigt werden mussten, Kränze niederlegen.[1] Dennoch kam es zu heftigen Zusammenstößen. Dabei waren sowohl unter den Demonstranten als auch aufseiten der Polizeibeamten Verletzte zu beklagen.[1]
Laut dem Figaro wurden am Montagnachmittag dreizehn festgenommene Demonstranten dem Haftrichter vorgeführt.[2] Unter den Inhaftierten, denen Gewalttätigkeiten und Beamtenbeleidigung zur Last gelegt werden, befinden sich auch Dupuy und Triboulet. Deren Haftbefehle wurden aufrechterhalten.[2] Die Behörden konnten trotz der Mobilisierung eines massiven Polizeiaufgebots die öffentliche Ordnung nicht aufrechterhalten. Dies wird nun ein politisches Nachspiel haben.[2] Die Stadtverordneten Le Provost de Launay und René Lambert haben bereits angekündigt, den Polizeipräfekten in der nächsten Sitzung offiziell zu den Ursachen dieses Versagens zu befragen.[2]
In der Pariser Presse besteht Einigkeit darüber, dass die Verantwortung für die Verschärfung der Lage bei der Regierung liegt.[1] Nach Angaben des Temps trägt der Innenminister die Hauptschuld, da er mit seinen strengen Maßnahmen die patriotischen Kundgebungen behindert habe, während das Kabinett in der Vergangenheit kommunistische Aufmärsche zugelassen habe.[1] Besondere Empörung rief zudem eine offizielle Kranzschleife des Ministers Jean Durand hervor. Diese bezeichnete Jeanne d'Arc lediglich als die „erste Bäuerin Frankreichs“.[2] Während bürgerliche Blätter wie der Matin und das Echo de Paris gegen das strikte Vorgehen protestieren, bezeichnet die royalistische Action française um Léon Daudet und Charles Maurras den Tag als einen „Sieg der Jeanne d'Arc“ und als Niederlage der staatlichen Unordnung.[1]