Der verhängnisvolle Nominierungsparteitag der Demokratischen Partei des Jahres 1924, der in eine völlige Sackgasse geriet, hat bei den führenden Politikern offenbar ein Umdenken bewirkt.[1] Wie die Washington Post meldet, haben sich nun die Anhänger der beiden einstigen Rivalen William G. McAdoo und Alfred E. Smith zusammengeschlossen, um eine Wiederholung jener chaotischen Zustände für die Zukunft zu verhindern.[1]
Gestern ausgetauschte Telegramme zwischen Mitgliedern des demokratischen Nationalkomitees deuten darauf hin, dass eine ernsthafte Bewegung im Gange ist, sowohl die Zweidrittelmehrheit als auch das Blockwahlverfahren abzuschaffen.[1] Den Anstoß gab C. Herrick, ein Unterstützer McAdoos aus Iowa.[1] Er wandte sich telegrafisch an Norman E. Mack, einen bekannten Gefolgsmann Smiths, und bat um dessen Einschätzung zu jenen Regularien. Diese Regularien lähmten nicht nur den Parteitag in New York, sondern vereitelten schon im Jahre 1912 in Baltimore die Nominierung von Champ Clark.[1]
Die Antwort Macks wurde von Elizabeth Marbury mitunterzeichnet. Sie vertritt gemeinsam mit ihm den Bundesstaat New York im Nationalkomitee.[1] In ihrer Botschaft legen sie dar, dass die Demokraten New Yorks eine Empfehlung an den nächsten Nationalkonvent befürworten. Dabei solle die Zweidrittelregel gänzlich aufgehoben werden.[1] Künftige Nominierungen sollten durch einfache Stimmenmehrheit der Delegierten erfolgen.[1]
Ebenso entschieden wenden sich die Politiker gegen das Blockwahlverfahren. Diese Vorschrift gestattet es der Mehrheit einer Staatsdelegation, sämtliche Stimmen ihres Bundesstaates geschlossen abzugeben.[1] Nach dem Willen von Mack und Marbury soll an deren Stelle eine Bestimmung treten, die jedem einzelnen Delegierten die freie Wahl seines Kandidaten einräumt.[1] Laut dem amerikanischen Blatt betonte Mack, bei der Auswahl eines Kandidaten müsse eine einfache Mehrheit genügen.[1] Die Zweidrittelregel erlaube es einer starken Minderheit, einen Parteitag zu beherrschen und die Ernennung eines Kandidaten zu verhindern.[1] „Es tötet die freie Meinungsäußerung“, fasste Mack die Wirkung des bisherigen Systems zusammen.[1]