In den Reihen der finnischen Armee ist eine weitreichende kommunistische Agitationskampagne aufgedeckt worden, die sich in den vergangenen Monaten gezielt auf das Uusimaa-Regiment konzentrierte.[1] Wie die Tageszeitung Helsingin Sanomat in detaillierten Enthüllungen berichtet, wurden bereits seit Ende des vergangenen Jahres systematisch zersetzende Schriften unter der Truppe verbreitet.[1]
Im Mittelpunkt der eingeleiteten Untersuchungen steht eine Publikation mit dem Titel „Roter Soldat“ sowie ein Manifest, das sich ausdrücklich an die „Arbeiter- und Bauernsoldaten“ des Regiments richtete.[1] Die Behörden konnten rekonstruieren, dass ein bislang unidentifizierter Hintermann im vergangenen Herbst sowie in den ersten Monaten dieses Jahres mehrfach die Wohnung eines gewissen Kustaa Ferdinand Jokinen im Stadtteil Malmi aufsuchte.[1] Dieser unbekannte Kontaktmann übergab Jokinen nicht nur das Propagandamaterial, sondern betraute ihn offenbar auch mit der Vermittlung von Spionageaufträgen.[1]
Jokinen reichte die illegalen Schriften an den Soldaten Onni Rantasalo weiter, der die Verteilung im Regiment organisierte.[1] Dem finnischen Blatt zufolge meldete Ranta zudem militärische Beobachtungen aus der Kaserne über Jokinen an den unbekannten Agenten zurück.[1] Unterstützt wurde Rantasalo bei seinen Kurierdiensten von seinen Kameraden Lauri Henrik Virtanen und Reino Valter Lindholm.[1]
Die konfiszierten Aufrufe fordern die Mannschaften unmissverständlich zur Meuterei auf und verlangen die Vorbereitung eines revolutionären Umsturzes.[1] In den Texten wird polemisch gefragt, ob die Truppe das Blut der russischen Genossen zur „Befriedigung der Beutegier der Bourgeoisie“ vergießen solle.[1] Die zersetzenden Schriften warnten die Rekruten davor, sich eines Tages unversehens auf dem Schlachtfeld wiederzufinden und rufen eindringlich dazu auf, Antikriegspropaganda in allen Bereichen zu verbreiten.[1] Die Verfasser fordern die Männer auf, die Reihen so zu formieren, dass sich das Militär beim Ausbruch von Barrikadenkämpfen geschlossen auf die Seite der Arbeiterschaft schlage.[1] Zu den expliziten Losungen des Pamphlets gehören die Parolen „Nieder mit der Böswilligkeit und Willkür der Führung“ sowie die Forderung nach einer „wahren Roten Garde“ innerhalb des Regiments.[1] Weiterhin beklagen die Autoren, dass den Wehrpflichtigen elementare politische Rechte verwehrt seien.[1]