Die städtische Baupolitik Madrids gerät zunehmend in das Kreuzfeuer der öffentlichen Kritik. Auslöser der Empörung ist ein weitreichender Bebauungsplan, der offenkundig dazu dienen soll, eine gewaltige Anleihe des Municipios zu rechtfertigen.[1] Nach Angaben der Tageszeitung El Sol belaufen sich die veranschlagten Kosten für dieses ehrgeizige Vorhaben auf mehr als 200 Millionen Peseten.[1]
Im Zentrum des Unmutes steht die bedenkliche Praxis bei der Grundstücksbewertung. Besonders bei den Arealen zwischen der Calle del Carmen und der Calle de Preciados zeigt sich, dass private Verkäufer die Preise für Grund und Boden massiv in die Höhe treiben.[1] Während die Eigentümer — getrieben von offener Spekulation — nach maximalem Profit streben, verhält sich die Stadtverwaltung erstaunlich nachgiebig und lässt sich von der Profitgier der Verkäufer übervorteilen.[1]
Die scharfe Ablehnung dieser Vorgänge zieht mittlerweile weite Kreise. Laut dem Sol hat sich selbst das konservative Blatt El Debate, dem man keinerlei grundsätzliche Feindseligkeit gegenüber dem derzeitigen Stadtrat nachsagen kann, den Rügen angeschlossen.[1] Besonders eklatant erscheint den Kritikern die neu geplante Platzanlage, da sie für das öffentliche Leben vollkommen unnötig sei.[1] Die Kritiker des Projekts betonen, dass ein derartiger Fehler bereits bei einem einzelnen städtischen Vorhaben Anlass zu der Befürchtung gebe, im Rahmen des gigantischen Gesamtplans könnten noch weitaus gravierendere Irrtümer folgen.[1] Anstatt mäßigend einzugreifen und die Preise im Interesse der Anwohnerschaft sowie der Bauarbeiter niedrig zu halten, trägt das Madrider Ayuntamiento durch sein Vorgehen dazu bei, dass die städtischen Flächen weiter verteuert werden.[1]