Die Kontroversen um die geplante Gesetzgebung gegen betrügerische Geisterbeschwörer in der amerikanischen Hauptstadt reißen nicht ab. Wie aus der lokalen Berichterstattung des Evening Star hervorgeht, steht die politische und gesellschaftliche Aufmerksamkeit in Washington derzeit unter dem Eindruck zahlreicher lokaler und nationaler Ereignisse, während die Debatten im Kongress ihren Fortgang nehmen.[1] Der bekannte Entfesselungskünstler Harry Houdini, der sich in den vergangenen Monaten als vehementer Kritiker der Spiritualisten hervorgetan hat, drängt weiterhin auf eine strenge gesetzliche Regulierung jener Kreise, welche mit okkulten Praktiken finanzielle Gewinne anstreben.[1] Eine rasche Entscheidung im zuständigen Ausschuss bleibt unterdessen abzuwarten, da konkurrierende Themen wie die städtische Verwaltungsorganisation gegenwärtig die Tagesordnung der Hauptstadtpresse bestimmen.[1]
Houdini vor dem Kongress: Kampf gegen Spiritualisten
Washingtoner Anhörungen dauern an
Washington, 18. Mai.
Historische Einordnung
Harry Houdini sagte im Februar und Mai 1926 mehrfach vor Ausschüssen des US-Kongresses aus, um einen Gesetzentwurf (Copeland-Bloom Bill) zu unterstützen, der betrügerische Wahrsager und angebliche Medien in Washington D.C. verbieten sollte. Das Gesetz wurde letztlich nicht verabschiedet, aber Houdinis Auftritte sorgten für enormes öffentliches Aufsehen und festigten seinen Ruf als wichtigster Entlarver des okkulten Betrugs.
Quellenverweise:
- Evening Star (Washington, D.C.) (Library of Congress – Chronicling America) 1926-05-18