Nach der historischen Überquerung des Nordpols durch die Expedition unter der Führung von Roald Amundsen und Umberto Nobile liegt nun ein abschließendes Bild über den Zustand des Luftschiffs Norge vor. Dem Madrider Sol zufolge hatte die gewaltige Reise bereits am 10. April in Rom ihren Anfang genommen.[1] Während die Nachricht vom erfolgreichen Flug über die Eiswüste in Oslo und Rom enthusiastische Aufnahme fand, begegnete man dem Ereignis in Paris eher mit Zurückhaltung.[1] Der flugtechnische Triumph, bei dem nach den Nordamerikanern nun auch Norweger und Italiener ihre nationalen Flaggen über dem Pol abwerfen konnten, bildet den Abschluss eines beispiellosen Wettlaufs der Nationen um die Eroberung der Arktis.[1]

Über das endgültige Schicksal des Lenkballons herrscht nun Klarheit, aber zugleich auch eine gewisse Ernüchterung. Wie der Hong Kong Telegraph meldet, sind am gestrigen Dienstag zwei Kameramänner mit einem Flugzeug aus dem abgelegenen alaskischen Ort Teller in Nome eingetroffen.[2] Sie waren dort, um die Demontage der Norge auf Film festzuhalten.[2] Ihre Schilderungen zeichnen das Bild eines unwiderruflichen Endes für das Luftschiff. In vollständig entleertem Zustand gleicht die Hülle des einst stolzen Luftschiffs nur noch einem unförmigen Trümmerhaufen.[2]

Nach Angaben der englischsprachigen China Mail, die sich auf telegrafische Berichte aus London stützt, werden diese Eindrücke bestätigt.[3] Die Männer, welche die Abbrucharbeiten filmten, berichteten übereinstimmend von einem trostlosen Anblick der in sich zusammengefallenen Konstruktion auf dem eisigen Boden Alaskas.[3] Von einer erneuten Fahrt oder gar einem Rückflug aus eigener Kraft kann keine Rede mehr sein.

Das wertvolle Material wird jedoch nicht in den Weiten des Nordens zurückgelassen. Aus dem Hong Kong Telegraph geht hervor, dass das zusammengelegte und in Kisten verpackte Luftschiff in etwa vierzehn Tagen in die Vereinigten Staaten verschifft werden soll.[2] Das Hauptaugenmerk gilt nun der raschen Auswertung des dokumentarischen Materials. Die von den beiden Kameramännern aufgenommenen Filmrollen befinden sich bereits auf dem Weg nach Amerika und werden dort teils per Dampfschiff, teils per Eisenbahn an ihren Bestimmungsort transportiert.[2] Die Ära der Norge ist damit in technischer Hinsicht beendet. Die absolvierte Überfahrt bleibt jedoch ein bedeutender Meilenstein der Polarforschung.