Der amerikanische Senat hat eine umfassende Untersuchung der jüngsten Vorwahlen der Republikanischen Partei im Bundesstaat Pennsylvanien angeordnet.[1] Dem Hong Kong Telegraph zufolge brachte der demokratische Senator James A. Reed aus Missouri die entsprechende Resolution ein. Dies geschah, nachdem erste Berichte über beispiellose Wahlkampfausgaben in Höhe von zwei bis fünf Millionen Dollar an die Öffentlichkeit gedrungen waren.[1] Trotz des heftigen Widerstands regulärer Parteigänger der Republikaner wurde der Antrag mit 59 zu 31 Stimmen angenommen. Zahlreiche oppositionelle Republikaner schlossen sich den Demokraten an.[2] Senator David A. Reed aus Pennsylvanien hatte zuvor vergeblich versucht, die Untersuchung abzuwenden. Er bezeichnete die Gerüchte über den systematischen und korrupten Einsatz von Geldern als unglaubwürdig.[2]

Hintergrund des aufziehenden Skandals ist der erbittert geführte Vorwahlkampf um die Senatskandidatur. Wie die Washington Post meldet, führt der Abgeordnete William S. Vare mit einem deutlichen Vorsprung vor dem bisherigen Amtsinhaber, Senator George Wharton Pepper.[3] Nach Auszählung der meisten Wahlbezirke verzeichnet Vare rund 588.640 Stimmen, während Pepper auf 484.209 Zähler kommt.[4] Der amtierende Gouverneur von Pennsylvanien, Gifford Pinchot, landete mit gut 315.000 Stimmen weit abgeschlagen auf dem dritten Platz.[4]

Die Auseinandersetzung drehte sich vordergründig um die amerikanische Alkoholprohibition. Die Republikanische Partei nominierte Vare auf Basis eines Programms, das eine Aufweichung des strengen Volstead-Gesetzes fordert.[1] Nach Berichten des Evening Star trat der unterlegene Pepper, der unter anderem vom einflussreichen Finanzminister Andrew W. Mellon unterstützt wurde, mit dem Rückhalt der sogenannten trockenen Kreise an.[5] Senator Pepper selbst bestreitet allerdings, dass die Alkoholfrage ausschlaggebend für seine Niederlage gewesen sei.[3] Vielmehr führte er den Triumph Vares auf die straff geführte Parteiorganisation in Philadelphia zurück.[3] In dieser Großstadt verbuchte Vare einen gewaltigen Vorsprung von über 220.000 Stimmen gegenüber seinem Rivalen.[5]

Das Ausmaß der politischen Einflussnahme dieser Parteimaschinerie zeigt sich auch im parallel stattfindenden Rennen um die Kandidatur als Gouverneur. Die Unterstützer von Mellon und Pepper setzten sich für John S. Fisher ein, der sich nun ein äußerst knappes Rennen mit Edward E. Beidleman liefert.[5] Edward E. Beidleman ist der Wunschkandidat von Vare. Er führte zunächst, verlor jedoch im Laufe der Auszählung an Boden, sodass Fisher mit einem hauchdünnen Vorsprung von etwa 7.800 Stimmen die Führung übernahm.[5] Bei den Republikanern zeichnet sich zudem ein Sieg für Arthur H. James im Rennen um das Amt des Vizegouverneurs ab.[3] Er trat auf dem Ticket von Vare und Beidleman an und konnte Oberst Ernest G. Smith, den Kandidaten der Pepper-Fraktion, offenbar besiegen.[4]

Auch bei den Demokraten kam es zu bemerkenswerten Abstimmungsergebnissen. Nach Angaben der Washington Times führt der als unabhängiger Gegner der Prohibition antretende Richter Eugene C. Bonniwell aus Philadelphia mit etwa 5.000 Stimmen vor seinem schärfsten Konkurrenten Samuel E. Shull, welcher wiederum von der offiziellen Parteiführung protegiert wurde.[4] Für den Senatssitz nominierten die Demokraten William B. Wilson ohne Gegenkandidaten.[4] Die anstehende Senatsuntersuchung soll klären, ob die gewaltigen Finanzmittel den Wählerwillen in Pennsylvanien erkauft haben.[2]