Ein erschütternder Prozess fand in diesen Tagen in Thüringen seinen Abschluss.[1] Wie die China Mail unter Berufung auf Meldungen aus Deutschland berichtet, verurteilte ein Gericht in Erfurt drei jugendliche Angehörige des antisemitischen Wikingbundes zu erheblichen Haftstrafen.[1] Die Angeklagten hatten bei einem nächtlichen Überfall auf den örtlichen jüdischen Friedhof eine Spur der Verwüstung hinterlassen und beinahe einhundert Grabsteine mutwillig zerstört.[1]
Dieser abscheuliche Vandalismus bildete den gewaltsamen Höhepunkt einer langwierigen und aggressiven antisemitischen Hetzkampagne, die der Tat in Erfurt vorausgegangen war.[1] Die Thüringer Justiz griff angesichts dieser Ausschreitungen hart durch. Zwei der überführten Täter wurden zu jeweils dreißig Monaten Gefängnis verurteilt. Der dritte Angeklagte muss eine Strafe von achtzehn Monaten verbüßen.[1] Das Urteil dokumentiert den ernsthaften Versuch der staatlichen Instanzen, der uferlosen Agitation nationalistischer Verbände rechtlich Einhalt zu gebieten.[1]