Wie die Badische Presse meldet, ist in der mesopotamischen Metropole Bagdad die Beulenpest ausgebrochen.[1] Innerhalb der vergangenen Woche wurden dort 90 Neuerkrankungen behördlich festgestellt.[1] Die Seuche fordert bereits erhebliche Opfer. Nach den vorliegenden Berichten endeten bislang 60 Prozent der gemeldeten Fälle tödlich.[1] Angesichts der bedrohlichen Lage haben die zuständigen Behörden unverzüglich energische Maßregeln ergriffen, um die Bevölkerung zu schützen.[1] Diese strengen sanitären Vorkehrungen sollen ein weiteres Umsichgreifen der gefährlichen Epidemie verhindern.[1]
Beulenpest in Bagdad ausgebrochen
90 Neuerkrankungen in einer Woche — Hohe Sterblichkeit erfordert strenge Maßnahmen
London, 20. Mai.
Historische Einordnung
In den 1920er Jahren kam es im Nahen Osten, der weitgehend unter britischer und französischer Mandatsverwaltung stand, noch gelegentlich zu lokalen Pestausbrüchen. Durch den Ausbau von Gesundheitsämtern, verbesserte Quarantänemaßnahmen und den Einsatz von Impfstoffen ließen sich diese Epidemien in der Regel jedoch zügiger und lokaler eindämmen als in den vorangegangenen Jahrhunderten.
Quellenverweise:
- Badische Presse (Deutsche Digitale Bibliothek) 1926-05-20