Erneut sieht sich eine schwedische Großindustrie gezwungen, ihre Fabrikation teilweise auszuwandern. Das Stockholmer Hufvudstadsbladet meldet, dass der schwedische Electrolux-Konzern beschlossen hat, den größten Teil der Herstellung seiner bekannten Staubsauger und der Platen-Munters-Kühlschränke ins Ausland zu verlegen.[1] Damit folgt das Unternehmen dem Beispiel der schwedischen Kugellagerfabrik SKF.[1] Die Konzernleitung begründet diesen Schritt mit der anhaltenden Unruhe auf dem heimischen Arbeitsmarkt und dem verlangsamten Arbeitstempo. Hinzu komme eine hohe Besteuerung von Gesellschaften, die nach ihrer Auffassung die Konkurrenzfähigkeit auf dem Weltmarkt allmählich unmöglich mache.[1]
Die Folgen für den schwedischen Arbeitsmarkt sind erheblich. Zurzeit beschäftigt Electrolux im Land noch rund 1.000 Arbeiter. Jedoch beginnt bereits in der kommenden Woche ein Abbau von 150 Stellen.[1] Die ursprünglichen Pläne der Direktion, die Produktion im Inland auszubauen und die Belegschaft langfristig auf 2.500 Köpfe aufzustocken, sind damit endgültig zu den Akten gelegt worden.[1] Der Konzern unterhält bereits Fabriken in Deutschland sowie Frankreich und plant nun die Errichtung weiterer Produktionsstätten in England und Amerika.[1]
In der schwedischen Öffentlichkeit ruft der Beschluss großes Aufsehen und Bedauern hervor, auch wenn die Führungsebene des Unternehmens in schwedischen Händen bleibt.[1] Das Aftonbladet kommentiert die Entwicklung ausführlich und zieht Parallelen zu anderen großen Exportunternehmen.[1] Für derartige Firmen stünden angesichts der weltweit errichteten, prohibitiv wirkenden Zollmauern nur noch zwei Wege offen.[1] Entweder verbleibe man vollständig in der Heimat und könne der internationalen Konkurrenz nichts entgegensetzen, oder man wage den Schritt in die Welt und sichere so zumindest den Großteil der Gewinne für das schwedische Kapital.[1] Dem Blatt zufolge hätte eine günstigere Gesetzgebung und ein vernünftigeres Verhältnis zur Arbeiterschaft diese Entwicklung abmildern können.[1] Die Zeitung warnt schließlich, dass selbst nach Überwindung der ausländischen Zollschranken eine weitere Hürde bleibe. In den jeweiligen Absatzmärkten treffe man zunehmend auf eine geschlossene öffentliche Meinung, die nachdrücklich die Bevorzugung der heimischen Erzeugnisse fordere.[1]