Die Führungsspitze der italienischen Faschisten hat eine bemerkenswerte Entscheidung hinsichtlich der äußeren Erscheinung ihrer Anhängerschaft getroffen.[1] Wie die Kölnische Zeitung aus der italienischen Hauptstadt meldet, erließ der Generalsekretär der faschistischen Partei, Augusto Turati, in diesen Tagen ein weitreichendes Rundschreiben.[1] Dieses Dokument verbietet es allen faschistischen Frauen- und Mädchenvereinen ausdrücklich, weiterhin die offizielle Uniform der Bewegung zu tragen.[1] Das vielzitierte schwarze Hemd wird damit zu einem exklusiven Bekleidungsstück für die männlichen Mitglieder erklärt.[1]

Zur Begründung dieser Maßnahme führt Turati an, das Schwarzhemd sei das unmittelbare „Zeichen des Kampfgeistes der Partei“.[1] Diese kämpferische Ausrichtung passe jedoch nicht zu den Aufgaben, die den weiblichen Parteimitgliedern zugedacht sind.[1] Nach dem Willen der obersten Parteiführung sollen sich die Frauen und Mädchen in Italien künftig vorrangig einer karitativen Tätigkeit widmen.[1] Für die Aufgaben der Wohltätigkeit und der allgemeinen Fürsorge wird das Tragen des martialischen Schwarzhemdes als unpassend erachtet.[1] Die faschistische Parteiführung beabsichtigt, die Geschlechterrollen innerhalb ihrer politischen Organisation entsprechend ihrer patriarchalischen Ausrichtung streng voneinander abzugrenzen. Die kriegerische Symbolik soll ausschließlich den Männern vorbehalten bleiben.[1]