Die im Vorfeld befürchteten Unruhen anlässlich der kommunistischen Pfingstkundgebungen in der Reichshauptstadt sind ausgeblieben.[1] Wie der Westfälische Merkur berichtet, verliefen die Veranstaltungen nach den Umzügen durch die Stadt ruhig und ohne größere Zwischenfälle.[1]
Zu den Feierlichkeiten hatte die Kommunistische Partei einen starken Zuzug von Anhängern aus dem gesamten Reich zu verzeichnen.[1] Nach Berichten des Pariser Temps brachte allein ein Sonderzug 1.200 Kommunisten aus Leipzig und Halle nach Berlin.[2] In den Straßen der südöstlichen Stadtteile, durch die die Demonstrationszüge führten, waren zahlreiche Häuser mit roten Fahnen und Girlanden geschmückt.[2]
Besondere Aufmerksamkeit erregte die Anwesenheit einer russischen Delegation. Sie war offenbar im Auftrag der Moskauer Führung angereist.[2] Ihre Aufgabe war es, dem Zentralkomitee der deutschen Partei feierlich eine reich gestickte bolschewistische Fahne zu übergeben.[2] Bereits am Sonnabend hatten kommunistische Matrosen in Friedrichshain Kränze am Grabe der im März 1848 gefallenen Revolutionäre niedergelegt.[2]
Die Behörden hatten ihrerseits Vorkehrungen getroffen, um Zusammenstöße zu vermeiden. Dem Temps zufolge erging von Reichswehrminister Geßler die Anweisung, dass die Truppen der Reichswehr während der gesamten Feiertage in ihren Kasernen zu verbleiben hätten.[2] Diese Maßnahme trug offenbar zur Beruhigung der Lage bei. Nach den Kundgebungen zerstreuten sich die Teilnehmer ohne weitere Vorkommnisse.[1]