Aus Rangun treffen über London erschütternde Nachrichten über eine Naturkatastrophe von gewaltigem Ausmaß ein.[1][2] Ein Zyklon, dem eine riesige Flutwelle folgte, hat an der Küste von Burma nach bisherigen Meldungen den Tod von mindestens 1200 Menschen verursacht.[1][2] Wie die Agentur Exchange Telegraph berichtet, ereignete sich das Unglück bereits am vergangenen Mittwochabend.[1] Gegen halb neun Uhr abends drang eine gewaltige Sturmflut den Fluss Naaf hinauf und überschwemmte das Land weithin.[2]
Die Wassermassen rissen ganze Dörfer mit sich. Sie drangen bis über die Ortschaft Maungdaw hinaus vor, die rund 50 Meilen von der Küste entfernt liegt.[1][2] Der Wirbelsturm selbst fegte über die gesamte Arakan-Küste und richtete schwerste Zerstörungen an.[1][2] Dem *Westfälischen Merkur* zufolge sind die Ortschaften Maungdaw und Buthidaung zerstört, während die Küstenstadt Akyab teilweise beschädigt wurde.[3] Nach Angaben des *Evening Star* ging in dem verwüsteten Gebiet auch der gesamte Viehbestand zugrunde.[2]
Die Behörden befürchten, dass die Zahl der Opfer noch erheblich ansteigen wird, da die vorliegenden Berichte als unvollständig gelten.[1][2] Die Nachrichtenübermittlung aus der betroffenen Region ist stark erschwert, weil fast alle Telegrafenleitungen niedergerissen wurden.[1] Die bislang in das Katastrophengebiet entsandten Hilfsmaßnahmen werden als unzureichend bezeichnet.[2]