Nach der glücklichen Rückkehr von seinem Aufsehen erregenden Flug zum Nordpol hat der amerikanische Kommandant Byrd nun erstmals einen ausführlichen Bericht über die dramatischen Umstände der Reise gegeben.[1] Wie aus seinen Schilderungen hervorgeht, schwebte die Expedition zeitweise in höchster Lebensgefahr. Nur ein kühner Entschluss bewahrte die Flieger vor dem wahrscheinlichen Scheitern im ewigen Eis.[1]

Der kritische Augenblick trat ein, als sich das Flugzeug nur noch eine Stunde vom Pol entfernt befand.[1] Byrd, der die Navigation übernommen hatte, während sein Kamerad Bennett die Maschine steuerte, bemerkte ein bedenkliches Leck im Öltank des steuerbordseitigen Motors.[1] Er teilte seine Beobachtung dem Piloten schriftlich mit und fragte um Rat. Bennett erwiderte, man müsse die Motoren abstellen und landen.[1] Kommandant Byrd erklärte, in diesem Moment habe ihn die größte Furcht erfasst. Eine Landung auf dem Eis hätte bedeutet, dass ein Wiederaufstieg kaum mehr möglich gewesen wäre.[1]

Angesichts dieser verzweifelten Lage wurde jedoch beschlossen, den Flug fortzusetzen. Nachdem Byrd seine Bedenken geäußert hatte, schlug Bennett vor, zunächst zum Pol zu fliegen und danach über das weitere Vorgehen zu beraten.[1] Daraufhin setzten die Flieger ihren Kurs fort und schalteten den beschädigten Motor ab.[1] Zu ihrer Erleichterung stellten sie fest, dass die Maschine auch mit den beiden verbliebenen Motoren allein gut vorankam.[1] Die Hoffnung stieg wieder, und bald darauf war der Pol erreicht.[1]

Nachdem sie sich mit einem Händedruck beglückwünscht und die notwendigen Berechnungen angestellt hatten, traten sie den Rückflug an.[1] Trotz der erfolgreichen Rückkehr bezeichnete Byrd die Episode als eine ängstliche Erfahrung.[1] Die Ausrüstung habe zwar Nahrung für zweieinhalb Monate sowie zwei Schlitten und zwei Kanus umfasst, doch eine Rettung wäre ungewiss geblieben.[1] Zum Abschluss seines Berichtes rühmte er den wundervollen Ausblick aus der Maschine. Bisweilen habe dieser eine Sicht von über 200 Kilometern erlaubt.[1] Byrd schätzt, dass während der gesamten Fahrt ein Gebiet von mehr als 150.000 Quadratkilometern überflogen wurde.[1]