Die amerikanische Repräsentantenkammer hat am Mittwoch dem am 29. April ausgehandelten Abkommen zur Regelung der französischen Kriegsschulden zugestimmt.[1] Der Beschluss erfolgte nach einer mehrstündigen, teils heftigen Debatte, in der Befürworter und Gegner des Paktes ihre Standpunkte darlegten.[1] Die Vorlage wird nun dem Senat zur weiteren Beratung in dessen Finanzausschuss übermittelt.[1]

Die Verfechter des Abkommens, darunter die Abgeordneten Green, Tison und Burton, argumentierten, dass die getroffene Vereinbarung die Grenze der französischen Zahlungsfähigkeit darstelle und die bestmögliche Lösung sei.[1] Der Vorsitzende des Finanzausschusses, Green, betonte, der Pakt bedeute keine neuen Lasten für den amerikanischen Steuerzahler und schilderte Frankreich als eine Nation, die unter der schwersten Bürde wanke, die ein Land je zu tragen hatte.[1] Andere Redner erinnerten an die französische Hilfe während des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges.[1]

Die Gegner des Abkommens, insbesondere die Abgeordneten Collier und Rainey, kritisierten die Bedingungen als zu nachsichtig und ungerecht gegenüber den Vereinigten Staaten.[1] Sie bezeichneten Frankreich als die wohlhabendste Nation Europas und warnten vor einer Blamage, sollte das französische Parlament die Ratifizierung verweigern.[1] Ein Antrag des Abgeordneten Wefald aus Minnesota, die Klausel zur Stundung von Annuitäten zu streichen, wurde vom Präsidenten der Kammer nicht zur Abstimmung zugelassen, da eine solche Änderung das gesamte Abkommen gefährdet hätte.[1]

In Paris wurde die Nachricht von der amerikanischen Entscheidung mit auffallender Zurückhaltung aufgenommen.[2] Laut Berichten des Washingtoner *Evening Star* war in offiziellen wie parlamentarischen Kreisen kaum eine Reaktion zu bemerken, und auch die Presse verzichtete auf Kommentare.[2] Man blickt dort vor allem auf die bevorstehende Entscheidung im amerikanischen Senat, wo eine knappere Auseinandersetzung erwartet wird.[2] Demgegenüber äußerte der französische Botschafter in Washington, Bérenger, vor der amerikanischen Handelskammer in Paris die feste Überzeugung, dass auch das französische Parlament dem Abkommen zustimmen werde, um die Grundlage der französisch-amerikanischen Beziehungen wiederherzustellen.[1]