Berichte über umfangreiche Landkonzessionen an britische Interessenten in der Republik Panama haben im amerikanischen Senat erhebliche Unruhe ausgelöst. Senator Borah, der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, brachte eine Resolution ein, die das Kriegs- und das Außenministerium zur Herausgabe aller verfügbaren Informationen über den Vorgang auffordert.[1] Es wird angenommen, dass sich die betreffenden Ländereien auf beiden Seiten der strategisch wichtigen Kanalzone befinden. Sie stehen im Verdacht, Teil eines größeren wirtschaftlichen Vorhabens zu sein.[1]

Dem Vernehmen nach wurde Senator Borah aus privaten Quellen mitgeteilt, dass die erworbenen Gebiete dem Anbau von Kautschuk dienen sollen.[2] Dies nährt die Befürchtung, man wolle das britische Kautschuk-Monopol weiter stärken und amerikanische Interessen ausschließen.[1] Die von Borah eingebrachte Resolution spricht ausdrücklich die Sorge vor einer „von der britischen Regierung gesicherten Kontrolle über die natürlichen Ressourcen Panamas“ an.[2]

Obwohl Senator Borah eine sofortige Behandlung seines Antrags forderte, wurde diese auf Einwand des republikanischen Führers, Senator Curtis, zunächst vertagt.[1] Unterdessen bemühte sich die amerikanische Regierung, die Angelegenheit herunterzuspielen. Aus dem Weißen Haus verlautete, Präsident Coolidge sei über die Vorgänge unterrichtet.[1] Man gehe davon aus, dass es sich um unbedenkliche Konzessionen für die Untersuchung von Boden- und Gesteinsschichten an eine britische Gesellschaft handle.[1] Die zuständigen Ministerien würden die Sache jedoch weiter beobachten.[1]

Auch aus London erfolgte ein scharfes Dementi. Wie die *Washington Post* berichtet, wies ein Sprecher des britischen Außenministeriums die Darstellung, seine Regierung unterstütze ein Unternehmen zur Stärkung des Kautschuk-Monopols, entschieden zurück.[1] Es lägen keinerlei Informationen vor, die darauf hindeuten, dass eine britische Gesellschaft versuche, ein Monopol auf kautschukfähige Ländereien in Panama zu erlangen.[1] Nach Berichten der *China Mail* wurden britischen Interessen bereits vor über einem Jahr Schürfrechte für Gold und andere Mineralien in zwei großen Gebieten Panamas gewährt. Damit könnte sich die heutige Aufregung erklären.[2]