Im Rahmen seiner diesjährigen Tagung veranstaltete der Deutsche Offiziersbund am gestrigen Abend eine feierliche Zusammenkunft im Kölner Gürzenich.[1] Die Veranstaltung, die als „Befreiungsfeier“ deklariert war, zog eine große Zahl bekannter Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und Vertreter vaterländischer Verbände an.[1] Unter den Ehrengästen befanden sich Prinz Wilhelm von Preußen, der Sohn des Kronprinzen, sowie Fürst und Fürstin zu Wied.[1] Die Führung des Bundes war durch dessen Vorsitzenden, Exzellenz von Hutier, sowie Generaloberst von Einem und zahlreiche weitere Generale und Admirale vertreten.[1]

Der Vorsitzende der Ortsgruppe Köln, General Kawelmacher, betonte in seiner Begrüßungsansprache, dass der Friede nur ein äußerlicher sei, da im Innern der „Parteihader“ das Volk zerreiße.[1] Einer waffenstarren Welt stehe man als „armselige Bettler“ gegenüber; von der versprochenen Freiheit könne keine Rede sein, solange deutsche Brüder noch „Sklavenketten“ trügen.[1] Der Vorsitzende des Bundes, General von Hutier, versicherte, der Deutsche Offiziersbund gedenke in Anhänglichkeit des ehemaligen obersten Kriegsherrn und der deutschen Bundesfürsten.[1] Er äußerte die Hoffnung, dass es den „Verführern“ nicht gelingen werde, den Ehrenschild des deutschen Volkes zu beflecken. Dies war eine deutliche Anspielung auf den bevorstehenden Volksentscheid über die Fürstenenteignung.[1]

General von Dieffenbach erklärte, man empfinde tiefes Mitgefühl für die Deutschen im besetzten Gebiet, insbesondere in Eupen-Malmedy und an der Saar.[1] Der Name Schlageters sei ein „flammendes Fanal“ für die Nibelungentreue der Rheinländer und Westfalen zum Reich und zu Preußen.[1] Ein weiterer Redner hob hervor, dass die Hauptaufgabe des Bundes nach dem Krieg darin bestanden habe, Hunderttausende Offiziere wieder in eine geregelte Existenz zu führen. Zudem gelte es, Front gegen die Verleumdungen der Ehre des deutschen Offizierstandes zu machen.[1] Die Tagung wurde durch Abordnungen der Kölner und Bonner Studentenschaft sowie des Stahlhelms begleitet; diese waren mit ihren Fahnen erschienen.[1]