Die sonst so friedliche Jahreskonferenz der Mennoniten, die an diesem Wochenende in Kirchnerville im Staate New York beginnt, wird von einem ernsten Konflikt zwischen Modernisten und Fundamentalisten überschattet.[1] Nahezu 1.000 Delegierte werden zu dem Treffen erwartet, das so lange andauern soll, bis alle strittigen Fragen geklärt sind.[1]

Die Auseinandersetzung entzündet sich an einer für Außenstehende geringfügig erscheinenden Frage: der Kleiderordnung. Nach Berichten aus Amerika fordert insbesondere die jüngere Generation der Glaubensgemeinschaft, das Verbot des Tragens von Knöpfen aufzuheben.[1] Der älteste, fundamentalistische Flügel der Sekte lehnt dieses Ansinnen jedoch entschieden ab. Die Älteren vertreten die Ansicht, dass eine solche Neuerung die traditionelle Einfachheit der Kleidung aufhebe; diese werde durch die bisher üblichen Haken und Ösen symbolisiert.[1]

Wie stark diese Lebensweise heute noch gepflegt wird, zeigen die anreisenden Delegierten aus den Vereinigten Staaten und Kanada.[1] Ihrem Glauben entsprechend verzichteten sie auf Automobile und kamen stattdessen mit dem Zug.[1] Alle Konferenzteilnehmer, Männer wie Frauen, trugen vollständig schwarze Kleidung, die gänzlich ohne Knöpfe auskam.[1] Dem Vernehmen nach stehen neben der Kleiderfrage auch der Gebrauch des Radios und der moderne Kurzhaarschnitt für Frauen zur Debatte.[1]