Die schwere Krise der sächsischen Automobilindustrie, die vor allem im Zwickauer Bezirk zu massenhafter Arbeitslosigkeit geführt hat, war Gegenstand einer eindringlichen Anfrage im Landtag.[1] Der sächsische Wirtschaftsminister Müller sah sich genötigt, zur Lage und den Handlungsmöglichkeiten der Regierung Stellung zu nehmen.[1]
Minister Müller räumte in seiner Antwort die ernste Situation der gesamten sächsischen Wirtschaft ein, die neben der Fahrzeugfertigung auch den Baumarkt, die Metallindustrie, den Lokomotivbau und die Textilindustrie erfasst habe.[1] Er wies jedoch den Vorwurf der Untätigkeit zurück und verwies auf die begrenzten Einflussmöglichkeiten seines Ministeriums auf die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung.[1] Ein Aufbau des Wirtschaftslebens könne nicht von einer einzelnen Person oder einem Amt bewerkstelligt werden, sondern sei von der gesamtdeutschen Lage abhängig.[1]
Auch einer vom Staat verordneten Rationalisierung der Betriebe erteilte der Minister eine Absage.[1] Eine solche müsse aus den praktischen Bedürfnissen der Produktion erwachsen. Die nötigen Aufträge fehlten jedoch, weil die sächsische Industrie stark vom Export abhängig sei.[1] Ohne Arbeitsgelegenheit könne man keine durchgreifende Rationalisierung vornehmen, so die Argumentation Müllers.[1]
Besonders ausführlich ging der Minister auf die zahlreichen Betriebsstillegungen ein. Er stellte klar, dass diese nicht der Genehmigung seines Ministeriums bedürften, sondern auf Grundlage einer Reichsverordnung erfolgten und in die Zuständigkeit des Arbeitsministeriums fielen.[1] Die Behörden könnten lediglich Verhandlungen einleiten, um soziale Härten abzumildern.[1] In der Regel, so der Minister, würden die Pläne zum Abbau der Betriebe von den Unternehmern und den Arbeitervertretern gemeinsam aufgestellt.[1] Sein Haus sei jedoch bemüht gewesen, auf die Unternehmer einzuwirken, ihre Betriebe trotz großer Opfer aufrechtzuerhalten, insbesondere wenn es um die Vergabe staatlich vermittelter Kredite ging.[1]