Das Deutsche Konsulat in Nowosibirsk, dem früheren Nowo-Nikolajewsk, hat eine Mitteilung über das Schicksal der im Lande verbliebenen ehemaligen deutschen Kriegsgefangenen veröffentlicht.[1] Demzufolge konnten seit August des Jahres 1923 insgesamt 216 Personen ermittelt werden, die nach Kriegsende freiwillig in Sibirien zurückgeblieben waren.[1] Von dieser Zahl sind inzwischen 50 Männer in die Heimat zurückgekehrt. Sie wurden von 21 russischen Ehefrauen und 33 Kindern begleitet.[1]

Die deutschen Behörden haben, wie aus dem Bericht weiter hervorgeht, alle ermittelten ehemaligen Gefangenen seit 1924 wiederholt über die Möglichkeit einer kostenfreien Heimschaffung durch das Konsulat in Kenntnis gesetzt.[1] Die Ermittlungstätigkeit wird unterdessen weitergeführt. Das Konsulat verfolgt gegenwärtig die Spuren von 40 weiteren Personen, deren genaue Personalien noch festgestellt werden müssen.[1]

Das Konsulat betont jedoch, dass die Suche nach Vermissten, von denen seit der ursprünglichen Vermisstenmeldung kein Lebenszeichen mehr in die Heimat gelangt ist, aussichtslos sei.[1] Um eine vorhandene Spur erfolgreich verfolgen zu können, müsse mindestens ein Aufenthaltsort des Gesuchten aus der Zeit nach 1920 bekannt sein.[1]