Vor dem Zentralen Polizeigericht in Hongkong hat ein aufsehenerregender Prozess begonnen, der Licht in die Machenschaften des organisierten Opiumhandels im Fernen Osten werfen soll.[1] Angeklagt sind der chinesische Kaufmann Lo Yu-heung und sein Gehilfe Yu Yau-heung, denen Handel mit Opium gemäß der Verordnung von 1924 zur Last gelegt wird.[1][2] Die Verhandlung findet unter dem Vorsitz des Richters R. E. Lindsell statt.[1]
Die Anklage wird von Mr. Lloyd, dem Superintendenten der Import- und Exportbehörde, vertreten.[1][2] Er legte dar, dass die Behörden nach der Beschlagnahmung einer großen Menge an Dokumenten in einem chinesischen Geschäftsbüro auf die Existenz eines groß angelegten Opiumrings gestoßen seien.[1] Laut den Unterlagen, deren Auswertung Gegenstand der Ermittlungen ist, handelt es sich um eine Organisation mit weitreichenden Verflechtungen. Deren Tätigkeit erstreckt sich von der Provinz Yunnan und den französischen Territorien im Süden bis nach Swatow im Norden.[1] Yunnan wird dabei als Einkaufszentrum und Swatow als Hauptverteilerpunkt angesehen.[1]
Der Fall kam ins Rollen, als bei einer Durchsuchung in der Woosung Street ein Notizbuch sichergestellt wurde. Dieses brachte die Ermittler auf die Spur der Angeklagten.[1] Dem China Mail zufolge fand bei einer Razzia in einem mutmaßlichen Opiumlager in der Gir Street zwar keine Drogen, jedoch entdeckte man eine Karte mit der Anschrift des ersten Angeklagten. Dies brachte die Ermittlungen weiter voran.[2]
Aus den Ausführungen der Anklage geht hervor, dass die Schmuggler zahlreiche Tricks und Täuschungsmanöver einsetzten, um die wahre Natur ihrer Geschäfte zu verschleiern.[1] Der Prozess, der die Behörden bereits seit einiger Zeit beschäftigt, soll das ganze Ausmaß des illegalen Handels offenlegen.[1] Die Anklage erhielt die Erlaubnis, auch Beweismittel für Vorfälle vor Anfang dieses Jahres vorzulegen, die erst im späteren Verlauf der Untersuchungen bekannt wurden.[1]