Bei einer Abschlussfeier der Volksschule in Mount Rainier, einem Vorort von Washington im Staate Maryland, kam es am gestrigen Abend zu einem aufsehenerregenden Zwischenfall.[1] Wie amerikanische Blätter berichten, wurde die geplante Anrufung und Segensspendung durch einen katholischen Geistlichen durch das Erscheinen von Mitgliedern des Geheimbundes Ku-Klux-Klan verhindert.[1][2]

Der Vorfall ereignete sich, als der Pfarrer der katholischen Kirche zum Heiligen Erlöser aus Berwyn, Reverend William A. Cahill, im Begriff war, seine Ansprache zu halten.[1] Die Schulleiterin, Frau Catherine Reed, hatte den Priester eingeladen, wie aus einem Bericht der Washington Times hervorgeht.[2] Kurz bevor der Geistliche das Wort ergreifen wollte, betrat eine Gruppe von Männern in der Tracht des Klans, jedoch ohne die üblichen Kapuzen, den Festsaal. Sie nahmen im hinteren Teil Platz.[1] Daraufhin verzichtete Pfarrer Cahill auf seine Rede und verließ das Podium in aller Stille.[1]

Nach eigenen Angaben begründete der Priester seinen Rückzug später damit, möglichen Unruhen aus dem Wege gehen zu wollen.[1] Die Zahl der Störer wird von der Washington Times auf ungefähr einhundert Männer geschätzt, von denen viele in die weißen Roben des Ordens gekleidet waren.[2] Dieselbe Quelle meldet, dass die Klan-Mitglieder offen gedroht hätten, die Veranstaltung aufzulösen.[2] Nachdem ihr Ziel erreicht und der katholische Kleriker zum Rückzug gezwungen war, beruhigte sich die Lage wieder. Das weitere Programm der Abschlussfeier konnte ohne Störungen durchgeführt werden.[2]

Die Schulleiterin, Frau Reed, verweigerte eine Stellungnahme zu dem Geschehen.[1] Nach Angaben der Washington Post erklärten Personen, die mit den Verhältnissen im Klan vertraut sein sollen, dass die erschienenen Männer nicht aus Mount Rainier stammten.[1] Der Vorfall zeigt erneut die anhaltenden religiösen und gesellschaftlichen Spannungen in den Vereinigten Staaten, die sich immer wieder in derartigen Aktionen äußern.