Aus Smyrna wird die Aufdeckung eines weitverzweigten Komplotts gegen das Leben des türkischen Staatspräsidenten Mustafa Mustafa Kemal Atatürk|Kemal Pascha gemeldet.[1] Die Verschwörung wurde nach übereinstimmenden Berichten unmittelbar vor der geplanten Ankunft des Präsidenten in der Stadt von den Sicherheitsbehörden zerschlagen.[2][1]
Den Attentätern gelang es nicht, ihre Pläne in die Tat umzusetzen, da die Polizei rechtzeitig eingriff.[3] Im Zuge der Ermittlungen wurden mehrere Personen festgenommen; unter den Festgenommenen sollen sich auch einige prominente Persönlichkeiten befinden.[4][5] Die Polizei konnte zudem Waffen und Bomben beschlagnahmen, die für den Anschlag vorgesehen waren.[4][5][1] Den Planungen der Verschwörer zufolge sollten die Sprengsätze während der Fahrt des Präsidenten durch die Straßen Smyrnas auf dessen Wagen geworfen werden.[1]
Als Hauptorganisator der Verschwörung wurde ein gewisser Zia Zourchid Bey, ein früherer Abgeordneter aus Trapezunt, verhaftet.[4] Laut dem Pariser *Figaro* wurde die gesamte Gruppe der Verschwörer in Gewahrsam genommen; die Festgenommenen sollen bereits Geständnisse abgelegt haben.[6] Die türkische Presse veröffentlichte Artikel, in denen sie ihre Entrüstung über die Tat zum Ausdruck bringt.[6]
Die Nachricht vom aufgedeckten Komplott rief in Regierungskreisen in Angora erhebliche Betriebsamkeit hervor. Wie aus der amerikanischen Presse verlautet, trat das Ministerkabinett zu einer Sondersitzung zusammen.[4] Es wurde umgehend beschlossen, ein Sondertribunal nach Smyrna zu entsenden, um den Prozess gegen die Inhaftierten zu führen.[4] Aus französischen Quellen geht hervor, dass es sich dabei um das von Angora aus operierende Unabhängigkeitsgericht handelt. Dieses hat unverzüglich seine Reise angetreten.[6]
Über die genauen Beweggründe der Verschwörer herrscht noch Unklarheit.[1] Nach Angaben der *Neuen Freien Presse* wird jedoch vermutet, dass die Tat in der Unzufriedenheit mit der Außenpolitik Kemal Paschas begründet ist.[1] Besonders seine Haltung gegenüber den italienisch-griechischen Plänen im östlichen Mittelmeer sowie die kürzliche Annahme der britischen Bedingungen im Streit um das Mosul-Gebiet sollen in oppositionellen Kreisen für starken Unmut gesorgt haben.[1]