Der litauische Sejm hat, wie aus der Hauptstadt gemeldet wird, den seit rund vier Jahren bestehenden Kriegszustand endgültig aufgehoben.[1] Mit diesem Beschluss endet eine Periode. Nach einhelliger Ansicht war die staatliche und wirtschaftliche Entwicklung des Landes in dieser Zeit stark gelähmt.[1] Gleichzeitig mit der Aufhebung des Ausnahmezustandes wurde auch die geheime Postzensur beseitigt. Diese war bis zuletzt mit außerordentlicher Strenge gehandhabt worden.[1]

Die Beendigung des Kriegszustandes fällt mit der Bildung einer neuen Regierung zusammen. Dem *Berliner Tageblatt* zufolge hat der Staatspräsident, Dr. Grinius, das neue Kabinett bereits bestätigt.[1] Als neuer Außenminister ist der bisherige Gesandte in Frankreich, Klimas, vorgesehen.[1] Er befindet sich Berichten zufolge bereits auf dem Wege nach Kowno, um dort die Verhandlungen über die Übernahme seines neuen Amtes zu führen.[1]

Für die Kontinuität der Finanzpolitik des Landes soll indes Sorge getragen werden. Das neue Kabinett hat den bisherigen Leiter der litauischen Notenbank, Professor Jurgutis, gebeten, weiterhin im Amt zu verbleiben.[1] Professor Jurgutis ist diesem Ersuchen bereits nachgekommen.[1]