Im tschechoslowakischen Senat kam es am Freitag bei der Beratung der sogenannten Kongruavorlage, welche die staatliche Besoldung der Geistlichen regelt, zu skandalösen Szenen.[1] Als der Senatspräsident Klofac dem Berichterstatter das Wort erteilen wollte, erhob sich auf den Bänken der kommunistischen Fraktion ein ohrenbetäubender Lärm.[1]

Einige Abgeordnete trommelten im Takt auf ihre Pulte. Andere veranstalteten auf Kindertrompeten und Pfeifen ein regelrechtes Konzert.[1] Nach Berichten der Neuen Freien Presse tat sich insbesondere der Senator Klumecki hervor: Er blies auf einem Signalhorn und zeigte im Saal das Bild eines Pfarrers mit seiner Köchin.[1] Die wiederholten Ermahnungen des Vorsitzenden verhallten ungehört. Er läutete ununterbrochen mit der Glocke und forderte die Beseitigung der unerlaubten Plakate.[1]

Unter dem anhaltenden Lärm mussten die Berichterstatter des sozialpolitischen Ausschusses und des Budgetausschusses ihre Referate halten.[1] Erst nachdem die Vorträge beendet waren, trat eine verhältnismäßige Ruhe im Hohen Hause ein, sodass die eigentliche Debatte schließlich beginnen konnte.[1]