Über die Pfingsttage hat sich die sozialistische Jugend Europas in Amsterdam zur ersten großen Tagung der Sozialistischen Jugend-Internationale versammelt.[1] Die Veranstaltung, deren Ausmaß und internationaler Charakter selbst frühere bedeutende Jugendtage wie jene in Weimar oder Nürnberg übertraf, zog Teilnehmer aus zahlreichen Ländern an. Diese wurden in einer eigens errichteten Zeltstadt untergebracht.[1]
Im Mittelpunkt der Zusammenkunft stand der Gedanke der Völkerverständigung, der in eindrucksvoller Weise zum Ausdruck kam.[1] Sehr eindrucksvoll gestaltete sich ein gemeinsamer Abend mit deutschen, österreichischen und belgischen Jugendlichen.[1] Nach Darbietungen wie dem Gesang des Dortmunder Jugendchors und belgischen Volkstänzen ergriff ein Vertreter der belgischen Delegation das Wort. Er rief die deutschen und österreichischen Genossen, die im Krieg gegen Belgien hatten kämpfen müssen, zur Versöhnung auf.[1] Dem Aufruf „Nie wieder Krieg!“ folgte ein Händedruck über die ehemaligen Fronten hinweg. Daraufhin sangen alle Anwesenden stehend die „Internationale“.[1]
Für jene, die aufgrund der wirtschaftlichen Schwierigkeiten nicht nach Amsterdam reisen konnten, fanden im gesamten Deutschen Reich zahlreiche Parallelveranstaltungen statt.[1] Dem Vorwärts zufolge versammelten sich allein in Dresden 13.000 Jugendliche aus Sachsen, Thüringen und der Tschechoslowakei.[1] Weitere große Treffen gab es unter anderem in Dessau mit 2.000 Teilnehmern und in Breslau, wo Reichstagspräsident Löbe sprach, sowie in zahlreichen anderen Städten von Ostpreußen bis zum Saargebiet.[1] Auch bei diesen Kundgebungen standen der Ausbau des Jugendschutzes und die internationale Solidarität im Vordergrund. Damit trugen sie den Geist von Amsterdam ins Reich.[1] Diese Veranstaltungen endeten allenthalben mit dem Gelöbnis der Jugend, treue Kämpfer für den Sozialismus zu werden.[1]