Schreckliche Nachrichten treffen aus Niederländisch-Indien ein. Die Westküste der Insel Sumatra ist am Montag von einem verheerenden Erdbeben heimgesucht worden, das im Distrikt Padang Zerstörungen von katastrophalem Ausmaß angerichtet hat.[1] Im Mittelpunkt des Unglücks steht die Stadt Padang-Pandjang im Hochland; Berichten zufolge liegt sie beinahe vollständig in Trümmern.[2] Die Zahl der Todesopfer wird bereits auf weit über hundert geschätzt. Zudem werden zahlreiche Verletzte gemeldet.[3]
Die Zerstörungen in Padang-Pandjang sind kaum zu überblicken. Fast sämtliche Gebäude der Stadt sind eingestürzt.[4][2] Unter den Toten befindet sich auch ein Europäer, der Adjutant-Apotheker Schmidt.[4] Wie der Nieuwe Rotterdamsche Courant meldet, kam dieser auf tragische Weise ums Leben, als er versuchte, ein Kind aus einem einstürzenden Gebäude zu retten. Er wurde von einer herabfallenden Mauer erschlagen, während Mutter und Kind im letzten Augenblick entkommen konnten.[4] Auch in umliegenden Ortschaften ist das Ausmaß der Zerstörung schwerwiegend. Aus Soergei Boeloe werden siebzehn Tote gemeldet, aus Solok fünfzehn.[3]
Die gesamte Infrastruktur der Region ist zusammengebrochen. Telegrafen- und Telefonverbindungen wurden unterbrochen; dies erschwert die Nachrichtenübermittlung erheblich.[1] Nach Angaben der Deutschen Allgemeinen Zeitung sind auch die Eisenbahnlinien und Hauptverkehrsstraßen in der Umgebung von Padang für jeden Verkehr unbrauchbar geworden.[5] In Padang selbst stürzten das Gerichtsgebäude, der Bahnhof, das Postgebäude und die Schule im Chinesenviertel ein.[5] Viele kleinere Dörfer im Hochland wurden durch Felsstürze vollständig vernichtet.[5]
Die Rettungsarbeiten gestalten sich unter diesen Umständen als äußerst schwierig. Die Verwundeten werden nach Fort de Kock transportiert, obwohl auch dort zahlreiche Gebäude eingestürzt sind und Opfer forderten.[4] Von Padang aus wurden große Mengen Reis und Salz in die Katastrophengebiete entsandt.[4] In der Nacht zum Dienstag wurden weitere, wenn auch leichtere Erdstöße verspürt. Dies hat dazu geführt, dass die Bevölkerung weiterhin in Besorgnis lebt.[5] Der nahegelegene Vulkan Marapi zeigt erhöhte Aktivität und stößt Rauch aus; dies löst zusätzliche Beunruhigung aus.[4]