Die Berliner Stadtverordneten haben in ihrer letzten Sitzung vor der parlamentarischen Sommerpause dem Ankauf der Hochbahngesellschaft durch die Stadt zugestimmt.[1] Mit der Annahme der Magistratsvorlage zum Kaufvertrag wurde eine Entscheidung von erheblicher Tragweite für die künftige Gestaltung des hauptstädtischen Nahverkehrs getroffen.[1]

Im Zuge der Debatten wurde zudem eine weitere verkehrspolitische Frage von großem Interesse erörtert.[1] Anlass war eine Anfrage der Sozialdemokraten bezüglich der Absichten der Reichsbahn, für die Elektrifizierung der Stadt-, Ring- und Vorortbahnen ein eigenes Kraftwerk in Rummelsburg zu errichten — in unmittelbarer Nachbarschaft zum städtischen Großkraftwerk.[1] Sämtliche Redner sprachen sich gegen ein solches Vorhaben aus, da man eine Beeinträchtigung der städtischen Elektrizitätswerke befürchtet.[1]

Stadtrat Schlichting erklärte für den Magistrat, die städtische Bewag habe der Reichsbahnverwaltung bereits ein Angebot unterbreitet.[1] Demnach könne die Reichsbahn den benötigten Strom zum Selbstkostenpreis mit nur geringem Aufschlag beziehen.[1] Nach Einschätzung der Stadtverordneten dürfte sich der Bau eines eigenen Kraftwerkes für die Reichsbahn unter diesen Umständen kaum noch lohnen.[1]