Aus Teheran verlautet, dass in der Provinz Korassan eine gegen Schah Pahlawi gerichtete Aufstandsbewegung ausgebrochen ist. Beteiligt sind der Meldung zufolge Nomadenstämme und Kurden, die sich gegen die Zentralgewalt erhoben haben.[1][2] Die Regierung in Teheran lässt starke Truppenabteilungen mit größter Beschleunigung in das Hochland befördern, um die Bewegung zu unterdrücken.[1]
Nach Angaben des Harburger Tageblatts soll die Aufstandsbewegung von Russland begünstigt werden.[2] Darüber hinaus heißt es, der Einfluss des Schahs in der monarchistischen Partei sei im Abnehmen begriffen, da die Einschränkung des Heeresbudgets in militärischen Kreisen große Unzufriedenheit erregt habe.[2]
Historische Einordnung
Reza Schah Pahlawi hatte erst im April 1926 die persische Kaiserkrone angenommen und stand in den ersten Jahren seiner Herrschaft vor erheblichen inneren Widerständen, insbesondere in den Randprovinzen, wo Stammesfürsten und Kurden seine Zentralisierungspolitik ablehnten. Der Verdacht russischer Einflussnahme spiegelt die dauerhafte Rivalität zwischen Großbritannien und der Sowjetunion um Einfluss in Persien wider, die das gesamte frühe 20. Jahrhundert prägte. Reza Schah konsolidierte seine Macht in den folgenden Jahren zunehmend und regierte bis zu seiner Abdankung 1941.
Quellenverweise:
Wiener Zeitung(ANNO (Österreichische Nationalbibliothek))1926-07-06