In Anwesenheit hochrangiger Vertreter beider Länder fand heute die feierliche Eröffnung der Zugspitzbahn statt. Auf österreichischer Seite waren Vizekanzler Waber und Handelsminister Schürff erschienen, auf bayerischer Seite Landtagspräsident Königsbauer sowie die Ministerialräte Gütz und Hellmann vom bayerischen Handelsministerium.[1] Der Reichsgesandte in München, v. Haniel, vertrat die Reichsregierung.[1] Sonderzüge hatten aus Wien, München und Innsbruck eine stattliche Zahl von Festgästen nach Ehrwald gebracht.[2]
Den Auftakt bildete die kirchliche Weihe der Bahn. Sodann hielt der Präsident der Zugspitzbahn-Aktiengesellschaft, Dr. Stern, die Festrede.[1] Er bezeichnete das Werk als ein Wahrzeichen und Gedenkzeichen deutscher Kulturgemeinschaft, als das erste und erhabenste Denkmal treuer deutsch-österreichischer Kriegskameradschaft.[1][2] Die Festansprache schloss mit dem Absingen des Andreas-Hofer-Liedes.[1]
Der Reichsgesandte v. Haniel überbrachte die Glückwünsche der Reichsregierung und wünschte, die Bahn möge nicht nur die Länder, sondern auch die Völker einander näherbringen.[1] Ministerialrat Hellmann bezeichnete im Namen der bayerischen Staatsregierung den Festakt am Fuße des Berges als Zeichen enger Verbundenheit beider Völker.[1] Den stärksten Ton schlug der österreichische Handelsminister Schürff an, der die Feier als gemeinsames deutsches Nationalfest im wahrsten Sinne des Wortes bezeichnete.[1] Er gedachte auch der Opfer, die der Bau gefordert hatte.[1] Für ihre Verdienste erhielten Dr. Stern und Geheimrat Opitz das Goldene Ehrenzeichen der Republik Österreich.[2]
Ab 13 Uhr begann die Beförderung der rund 300 geladenen Persönlichkeiten in Abständen von je 15 Minuten.[2] Die Fahrt vom Tal bis in die Höhen des ewigen Schnees dauerte lediglich 16 Minuten und wickelte sich nach Angaben des Westfälischen Merkur ohne Zwischenfall ab.[2] Das Wetter begünstigte den Festtag insoweit, als die Aussicht bis zum Gipfel der Zugspitze klar war.[1]