Am 30. Juni hat der Völkerbund seine Kontrollmandate über Österreich und Ungarn formell aufgehoben. Damit gelten die vom Völkerbund in beiden Ländern unternommenen Stabilisierungsmaßnahmen als erfolgreich abgeschlossen.[1]

Die Times würdigt diesen Schritt in einem ausführlichen Leitartikel. Das Blatt erinnert daran, dass Österreich sich noch im Jahre 1922 in einem Zustand der Auflösung und Anarchie befunden habe. Zeitweilig habe die Gefahr bestanden, es könnte zu einem neuen Zentrum europäischer Revolution werden. Das Eingreifen des Völkerbundes habe diese Gefahr verhütet. Österreich habe seither einen beträchtlichen Wohlstand zurückgewonnen, der es dem Völkerbund nun ermögliche, seine Kontrolle aufzuheben.[1]

Die in Österreich erprobte Methode sei daraufhin auch auf Ungarn angewandt worden, wo es sich allerdings um ein wesentlich einfacheres Problem gehandelt habe. Durch den Völkerbund seien zwei neue politische Einheiten im Herzen Europas stabilisiert und jede politische Gefahr beseitigt worden.[1]

Die Times fasst ihr Urteil in dem Satz zusammen, der Völkerbundgeist habe sich bei diesem Vorgang in höchst überzeugender und wirksamer Form betätigt. Zugleich mahnt das Blatt zur Besonnenheit: Mit der Begeisterung für den Völkerbund dürfe man nicht zu weit gehen, da man hierdurch Probleme nur vergrößere und gefährliche Reaktionen heraufbeschwöre.[1]