In den letzten Tagen trat in Kopenhagen erneut eine Konferenz der nordischen Staaten zusammen, an der Dänemark, Finnland, Norwegen, Schweden und Island beteiligt waren.[1] Ziel der Zusammenkunft war eine Verständigung über die gemeinsame Politik der beteiligten Regierungen im Genfer Arbeitsamt sowie die Vorbereitung nordischer Sozialkonventionen.[1]
Die nordischen Staaten haben sich bereits seit Jahren zu gemeinsamer sozialer Arbeit zusammengeschlossen und gelten damit als Musterbeispiel für den Zusammenschluss wirtschaftlich gleichartig strukturierter Länder.[1] Der Antrieb für solche Gruppenbildungen liegt dabei weniger in sozialer Fürsorge als in handfesten Konkurrenzerwägungen: Länder mit ähnlicher wirtschaftlicher Bedeutung müssen größten Wert auf möglichst gleichmäßige soziale Produktionsbedingungen legen.[1]
Die Deutsche Allgemeine Zeitung sieht in diesen Vorgängen ein Zeichen für die interessanten Schichtungen innerhalb der Internationalen Arbeitsorganisation: neben dem Zusammenschluss homogener Staaten zeige sich dort auch die Internationalität der Arbeitnehmer sowie die Solidarität der Arbeitgeber, die bereits in Brüssel einen organisatorischen Ausdruck gefunden habe.[1] Als weiteres Entwicklungselement gälten die bilateralen Bemühungen einzelner Staaten um Gleichstellung ihrer Angehörigen in der Sozialversicherung — die deutschen Vereinbarungen mit einigen Nachbarländern könnten hierfür vorbildlich sein.[1]