Der amerikanische Generalinspekteur für das Prohibitionswesen, Lincoln C. Andrews, ist an der Spitze einer Delegation in London eingetroffen, um mit der britischen Regierung die gemeinsame Bekämpfung des internationalen Alkoholschmuggels zu erörtern.[1] Andrews, den die amerikanische Presse gemeinhin als den obersten ‚Prohibitionswächter' der Vereinigten Staaten bezeichnet, reiste mit der Aquitania nach England.[2]
Nach seiner Ankunft gab Andrews gegenüber Pressevertretern zu verstehen, es sei noch zu früh, um über die Ergebnisse der Mission zu sprechen. Er erwarte jedoch eine Reihe von Konferenzen mit Vertretern des Auswärtigen Amtes, des Schatzamtes sowie der Handelsbehörden.[2] Der General äußerte sich zuversichtlich, durch die Vorlage einschlägiger Unterlagen eine Verständigung mit den britischen Stellen herbeiführen zu können, die für beide Seiten von Nutzen sein werde.[2]
Ein wesentlicher Bestandteil der Unterlagen, die Andrews den britischen Gesprächspartnern vorlegen will, sind Statistiken aus den Bahamas, die der amerikanische Konsul Harry Anslinger über viele Monate hinweg zusammengestellt hat.[2] Die Bahamas gelten seit Jahren als wichtiger Umschlagplatz für den illegalen Alkoholtransport über den Atlantik in die Vereinigten Staaten, und die dort erhobenen Zahlen sollen den Briten das Ausmaß des Schmuggeltreibens anschaulich vor Augen führen.
Die Delegation befindet sich damit in einer doppelten Lage: Einerseits benötigt Washington britische Kooperation, um den Schmuggel in internationalen Gewässern wirksam einzudämmen; andererseits besteht in London traditionell eine gewisse Zurückhaltung gegenüber der amerikanischen Prohibitionspolitik, die man bisweilen als innenpolitische Angelegenheit der Vereinigten Staaten betrachtet. Andrews erklärte, er sei sich durchaus bewusst, dass die Aufgabe nicht leicht sei, zeigte sich aber überzeugt, dass die britischen Behörden die vorgelegten Informationen als bedeutsam erachten würden.[2][3]