In der ungarischen Hauptstadt schreitet die politische Neuordnung der parlamentarischen Opposition voran. Wie die Wiener Zeitung berichtet, trat die neugebildete Vereinigte Linkspartei am gestrigen Abend in Budapest zu ihrer ersten offiziellen Konferenz zusammen.[1] Auf der Tagesordnung stand zunächst die personelle Festlegung der Fraktion. Die Abgeordneten wählten Karl Rassay zum Präsidenten der Partei.[1]

Um die künftige Arbeit der Gruppierung auf ein solides Fundament zu stellen, beschlossen die Versammelten die Ausarbeitung eines verbindlichen Organisationsstatuts.[1] Zu diesem Zweck wurde ein aus drei Mitgliedern bestehender Ausschuss eingesetzt. Dieser soll die formellen Grundlagen der Parteistruktur erarbeiten.[1] Nach Abschluss der Gründungsphase beläuft sich die endgültige Zahl der Parteimitglieder auf vierzehn.[1]

Diese überschaubare Fraktionsstärke spiegelt die schwierige Lage der ungarischen Opposition wider. Die bürgerlich-linke Politik in Ungarn steht generell unter starkem Druck der herrschenden autoritären Ordnung. Nach Einschätzung des Vorwärts wissen die regierenden Kreise allerdings nur zu genau, dass sie von radikaler Seite keine unmittelbare Gefahr für das heutige System mehr erwarten müssen.[2] Das Blatt betont unmissverständlich, der Kommunismus sei in Ungarn „für immer erledigt“.[2]